Vodafone:
Ignorieren fehlgeschlagen

Philip Hetjens, 22. Juli 2009 07:48 Uhr, 5 Kommentare Kommentare
Vodafone Blog - Zurück auf Los, bitte.
Vodafone Blog - Zurück auf Los, bitte.
Tja, jetzt ist es passiert: Die Vodafone Social-Media-Kampagne ist bei mir angekommen. Nachdem Vodafone gestern Bürogespräch war, habe ich mich zu einem Ansurfen des Blogs hinreißen lassen. Und was soll ich sagen? Ja, es ist bunt. Nein, eigentlich war ich ja wegen Twittermoms da.

Twittermoms ist ein Artikel mit genau 200 Kommentaren! Es können noch weitere Kommentare geschrieben werden, das sagt mir, dass die Kommentare nicht geschlossen wurden, sondern nur die Blogsoftware streikt, und eigentlich noch wesentlich mehr in der Datenbank sind. 200 Kommentare schaffen wir bei Blogwerk nicht oft. Und Vodafone schafft das schon nach 20 Tagen bloggen. Hut ab. Erstaunlicherweise sind nicht alle Kommentare positiv bei diesem Artikel, der vor lauter PR-Geschwätz nur so strotzt, aber wie heißt es doch so schön: Es gibt keine schlechte PR.

Also, was ist passiert? Alle (deutschsprachige) Welt redet über Vodafone. Die, sagen wir mal, 150 Kommentatoren (einige haben mehrmals geschrieben) twittern, facebooken, erzählen davon ihren Arbeitskollegen, Freunden und Familienmitglieder. Alle reden über, ja genau, Vodafone. Wahrscheinlich schon die zweite Stufe versteht nicht mehr genau worum es geht. Sie sind nicht so tief in diesem Internet, und verstehen nur Vodafone, Generation Updoad, Handy und Bahnhof. In zwei Monaten beim nächsten vorbeilaufen eines Vodafone-Shops erinnern sie sich wieder: “Vodafone, die tun doch was tolles mit den Handys im Internet. Wollte schon immer ein iPhone…” Naja, die Geschichte muss ich wohl nicht zu Ende führen.

Der absolute Gag wäre, wenn Vodafone damit sogar in irgendwelche Zeitungen kommt, wie Bild (mit verschobener Meinung), FAZ und RP (muss ich aufführen, die kommen von da, wo ich herkomme): Noch mehr PR. Klasse. Was will man mehr? Zeitungsleser (und -verleger) verstehen es sowieso nicht, und darum kommt die PR-Maschine immer mehr auf Fahrt.

Ok, nachdem ich die tollen Sachen an dieser Aktion erklärt habe (Erklärbär). Jetzt noch die Dinge, die Carmen und Nico,vielleicht hätten besser machen können.

1. Morgens posten

Das erste Kommentar ist von kurz nach 18 Uhr. Vermutlich wurde der Artikel 30 min vorher veröffentlicht. Hallo? Hat da noch mal eben jemand vor dem Feierabend auf “veröffentlichen” geklickt? Dann haben sich alle in die Autos (Straßenbahnen) gesetzt, sind nachhause gefahren und haben sich einen schönen Abend gemacht. Effektive Beobachtung ist so nicht möglich.

2. Zu spät eingegriffen

Naja auf Grund von erstens ist dann zweitens passiert. Carmen (die ich mal persönlich getroffen habe, und nett finde) hat wahrscheinlich um kurz vor 22 Uhr doch noch mal einen schnellen Blick auf den Blackberry geworfen, die über 30 Kommentarbenachrichtigungen gesehen und nachdem ersten Schock schnell ein Kommentar rausgehauen. Wäre es zwischen nine-to-five passiert, wäre vermutlich alles halb so schlimm gewesen, und alle hätten schneller reagiert.

3. Dialog

Das letzte, offizielle Vodafone-Kommentar (von Nico) ist an Position 121 (wenn ich mich nicht verguckt habe). Erstes Kommentar von Carmen war Nummer 48. Mit ein bisschen Mathematik kommt man darauf, dass ein Dialog nur zwischen (gerundet) Kommentar 50 und 120 stattgefunden hat von insgesamt 200 Kommentaren. Und das Beste daran ist, dass sie in ihren “Dialogkommentaren” immer vom Dialog reden, und wie wichtig er für Vodafone ist. Ich habe mir nicht alle Kommentare angeguckt (wird man ja bekloppt [wenn man nicht dafür bezahlt wird]), es wurde vermutlich alles schon zehnmal gesagt, aber trotzdem das als Dialog zu bezeichnen ist schon merkwürdig.

4. Kommentare schließen

Ich verstehe, dass sie die Kommentare nicht gelöscht haben. Das würde sofort nach Zensur aussehen (nicht gut), aber man kann auch ein nettes Kommentar schreiben und dann die Kommentare schließen. Da sagt niemand etwas gegen (wie auch?).

5. Der Artikel selbst

Dazu brauche ich eigentlich nichts sagen, tue es aber trotzdem: WIE KANN MAN NUR? Ahhh… Aber egal…

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5 Kommentare

  1. Mathias
    schrieb am 23. Juli 2009 um 15:40 Uhr (#)

    Flotter Text.
    In einem Punkt würde ich dir dennoch widersprechen: Es gibt sehr wohl schlechte PR. Klar hat die Vodafone-Kampagne für einige Aufmerksamkeit gesorgt, fällt aber bei der Zielgruppe doch ziemlich deutlich durch. Einfach zu sagen: Super, Bekanntheit erhöht, bringt da nicht wirklich viel, weil sich Vodafone mit der Kampagne nicht als glaubwürdiger “Partner” der “Generation Upload” präsentiert und damit wohl auch keine neuen Kunden anlocken wird.

    Es zeigt sich in diesem “dialogischen” Internet, wie schon mehrfach erwähnt in den letzten Tagen, wie wichtig es ist, dass das Produktversprechen auch erfüllt werden kann. Und weil Vodafones Verhalten bis jetzt eher “talk” als “walk” war, bläst ihnen jetzt der Wind derart heftig ins Gesicht.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Philip Hetjens
    schrieb am 24. Juli 2009 um 15:11 Uhr (#)

    Ja, stimmt. Kurzfristig gesehen ist natürlich so, dass Vodafone bei der Generation Upload ziemlich down ist, aber mittel bis langfristig spielt es keine Rolle. Wie schnell die Leute Fehltritte vergessen konnte man schon an anderen Firmen sehen.

  3. Andreas
    schrieb am 31. Juli 2009 um 14:49 Uhr (#)

    Ich bezweifel ja, dass es die generation Upload so als Gesamtheit überhaupt gibt. Die breite Masse der (potentiellen) Kunden hat von der Kampagne doch überhaupt nicht wirklich Notiz genommen und wenn Vodafone mal zur Abwechslung auch richtig gute Angebote auf den ganzen talk folgen lassen würde, dann würde bestimmt auch so mancher Blogger zu den Roten gehen, obwohl er was gegen diese Kampagne hier hatte.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Philip Hetjens
    schrieb am 31. Juli 2009 um 23:55 Uhr (#)

    Ja, definitiv. Das wäre gut, und wahrscheinlich ist damit eh alles vergessen. Man geht ja lieber zu einem Unternehmen, dass so einen tollen Tarif anbeitet, aber mal eine schlechte Kampagne gemacht hat, als zu einem, dass nur unpassende Tarife hat.

    Generation Upload finde ich jetzt nicht so gut gewählt als Namen für diese “Niche”, aber ich bin mir schon sicher, dass es sie gibt und leite einfach mal von mir ab:
    Akademiker, Gerade im Beruf, “Genug Geld” (für etwas teurere Tarife), kennt sich im Internet aus.

    Man könnte fast(!!) sagen, dass man Mitglied der Generation Upload sein muss, um bei Blogwerk anzufangen. :-)

  5. DominguezNadia
    schrieb am 1. April 2010 um 13:32 Uhr (#)

    If you want to buy a car, you will have to receive the home loans. Moreover, my father always uses a financial loan, which supposes to be really useful.

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